Befreiung vom Zusatzbeitrag

Eine Befreiung vom Zusatzbeitrag war von 2011 bis 2015 für bestimmte Versichertengruppen automatisch gegeben. Zu diesen gehörten beispielsweise Studenten, Harz IV – Empfänger oder Azubis. Seit Januar 2015 ist für diese genannten Personengruppen eine direkte Befreiung vom Zusatzbeitrag nicht mehr vorgesehen. Allerdings brauchen nach wie vor viele Versicherte den Zusatzbeitrag nicht selbst entrichten.

Wer muss den Zusatzbeitrag entrichten?

Arbeitnehmer

  • Sofern die gewählte Krankenkasse einen Zusatzbeitrag verlangt, müssen alle Arbeitnehmer diesen in jedem Fall von ihrem Bruttoeinkommen in voller Höhe an die Krankenkasse abführen. Dies geschieht automatisch über die Lohnbuchhaltung des Arbeitgebers.

Studenten

  • Studenten, die nicht mehr über einen Elternteil in der Familienversicherung mitversichert sind, müssen den Zusatzbeitrag selbst entrichten. Als Bemessungsgrundlage wird der jeweilig geltende BAföG-Höchstsatz herangezogen.

Rentner

  • Rentnerinnen und Rentner müssen den Zusatzbeitrag von ihrer Bruttorente in voller Höhe entrichten. Für den Stichtag der Erhöhung gilt eine Sonderregelung: Um dem Rentenversicherungsträger die technische Umsetzung zu gewähren, wurde ein zeitlicher Rahmen von zwei Monaten eingerichtet.
    Gegebenenfalls erhöhte Zusatzbeiträge gelten daher erst mit zweimonatiger Verzögerung. In der Übergangszeit gilt der unveränderte alte Zusatzbeitrag.

Azubis

  • Azubis müssen, solang sie beim Verdienst über der Geringfügigkeitsgrenze liegen, den Zusatzbeitrag in voller Höhe von ihrem Bruttogehalt bezahlen.

Selbstständige

  • Selbstständige und Freiberufler haben den Zusatzbeitrag in voller Höhe zu entrichten.

 

 

Für wen gilt nach wie vor eine Befreiung vom Zusatzbeitrag?

Eine Befreiung vom Zusatzbeitrag gilt für alle diejenigen Versicherten, für die aus gesetzlichen Gründen eine vorübergehende oder generelle Beitragsfreiheit festgestellt wurde. Dies ist automatisch gegeben, wenn Anspruch auf bestimmte Sozialleistungen wie Krankengeld, Elterngeld oder Mutterschaftsgeld besteht. Kurz vor und nach der Geburt, für die gesamte Dauer der Elternzeit oder ab der siebten Woche einer Krankschreibung sind Versicherte also vom allgemeinen GKV-Beitrag und vom Zusatzbeitrag befreit. Aber auch alle beitragsfrei mitversicherten Familienmitglieder zahlen keinen eigenen Krankenkassenbeitrag, demzufolge also auch keinen Zusatzbeitrag. Ebenfalls vorübergehend befreit sind Zivildienstleistende, deren Mitgliedschaft in der GKV für die Dauer des Dienstes ruht.

Vorübergehend vom Zusatzbeitrag befreit sind also:

  • weibliche Versicherte im Mutterschutz
  • weibliche oder männliche Versicherte während der Elternzeit bzw. während des Bezuges von Elterngeld
  • Versicherte mit festgestellter Arbeitsunfähigkeit ab der siebten Woche mit Anspruch auf Krankengeld
  • Zivildienstleistende

 

Wer braucht den Zusatzbeitrag nicht selbst bezahlen?

Auszubildende

  • Für Azubis mit einer Ausbildungsvergütung unter 325 Euro (Geringfügigkeitsgrenze) übernimmt der Ausbildungsbetrieb den allgemeinen Beitragssatz und auch den jeweiligen Zusatzbeitrag vollständig.

ALG I

  • Für Bezieher von ALG I übernimmt die Bundesagentur für Arbeit den Zusatzbeitrag.

Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Hartz IV)

  • Der allgemeine Beitragssatz und der Zusatzbeitragsatz werden für ALG II – Bezieher von den Jobcentern übernommen.

Bundesfreiwilligendienst

  • der komplette Krankenkassenbeitrag für Freiwilligendienstleistende (Bufdi) wird vom jeweiligen Träger übernommen.

FSJ/FÖJ

  • Für junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) übernehmen die Arbeitgeber (Einsatzstellen) die Beiträge zur Krankenversicherung inklusive Zusatzbeitrag.

Wehrdienstleistende Bundeswehr

  • Für die Dauer ihres Wehrdienstes sind Angehörige der Bundeswehr durch den Bund versichert und brauchen keinen Beitrag an die GKV zu entrichten.

Empfänger von Sozialhilfe und Grundsicherung

  • Das Grundsicherungs- oder Sozialamt trägt den kompletten Krankenkassenbeitrag inklusive Zusatzbeirag für alle Empfänger von Sozialhilfe und Grundsicherung.

Menschen mit Behinderung und in Einrichtungen der Lebenshilfe

  • Der Zusatzbeitrag wird von den jeweiligen Trägern oder Einrichtungen übernommen.